Wegkreuze

Text von Norbert Süess

Wer in Waldkirch unterwegs ist, stellt fest, dass in unserer Gemeinde auffallend viele Wegkreuze oder auch Bildstöcklein vorhanden sind. Die Kreuze aus Stein, Holz oder Metall sind Kleindenkmale, die in katholischen Gegenden und in vielen Gemeinden des Fürstenlandes zu finden sind. Sie sind Zeichen des Glaubens und haben einen unmittelbaren Bezug zu den Bewohnerinnen und Bewohnern in der Umgebung dieser Wegkreuze. Über die eigentlichen Beweggründe, die zur Aufstellung eines solchen Denkmals geführt haben, weiss man im Einzelfall sehr wenig, denn die Mehrheit dieser Gedenkstätten ist um die Jahrhundertwende (1884 – 1910) entstanden. Die beiden ältesten Bildstöcke findet man im Weiler Ronwil (1834) und in Widenhueb (1865).

Die Pflege dieser Wegkreuze ist aber bis zum heutigen Tage im Bewusstsein vieler Anwohner verankert, die es als ihre Aufgabe sehen, dem Kreuz einen würdigen Platz zu erhalten.

Es erstaunt, dass es in Waldkirch 26 solcher Gedenkorte gibt. Sie alle sind von Menschen errichtet worden aus grosser Dankbarkeit, als Erinnerung an besondere Ereignisse und zur Ehre Gottes. Ein gutes Beispiel dafür ist das Bildstocklein des hl. Bruder Klaus an der Strassenabzweigung nach Fillisweid. In einem Protokoll des Katholischen Bauernbundes aus dem Jahre 1951 ist zu lesen, dass sich die Versammlung an ein Versprechen erinnerte als Dank für das Verschontbleiben vor der grassierenden Maul- und Klauenseuche. Dieses Versprechen wurde in die Tat umgesetzt. Ein Denkmal wurde in Auftrag gegeben und am Feste Christi Himmelfahrt
vom 22. Mai 1952 fand anlässlich einer Prozession über Fillisweid die feierliche Einweihung des Bruderklausen-Standbildes statt.

Heute werden nur noch selten neue Wegkreuze – im klassischen Sinn – aufgestellt, alte aber liebevoll restauriert, damit sie erhalten bleiben als Zeichen des Glaubens. In unserer Gemeinde hat es sich der Christliche Bauernbund zur Pflicht gemacht, diese Wegkreuze und Bildstöcke instand zu halten. So wird jedes Jahr im Frühling oder Vorsommer ein solches Wegkreuz einer kleineren oder grösseren Renovation unterzogen und anlässlich einer Wegkreuzandacht feierlich seiner weiteren Bestimmung übergeben.

Die Teilnahme vieler Anwohner und ein geselliges Beisammensein nach dieser Feier sind Zeugnis dafür, dass ein Wegkreuz auch heute noch grosse Beachtung findet und nichts von seiner Bedeutung eingebüsst hat. Es ist schön zu wissen, dass sich hinter jedem Wegkreuz eine Geschichte aus vergangener Zeit verbirgt. Menschen stellten Kreuze auf, weil sie nicht vergessen wollten. Das Kreuz war für sie und ist für uns zu einem Zeichen der Hoffnung geworden.
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Bereitgestellt: 18.05.2020    Besuche: 37 Monat  
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